Alaska/Kanada 2002

27.07. – 20.08.2002

Als ich im Juni 2001 in Glenluce/Australien nördlich von Melbourne mein Mietmotorrad an meinen Vermieter Kurt Weidner zurückgab dachte ich nicht im Traum an einen neuen Trip schon ein Jahr später. Kurt gab mir damals ein Prospekt von seinem Projekt „Bike Tours Allround“. Es handelt sich um eine geführte Motorradweltreise die in 14 Etappen je 3 – 5 Wochen in 2002 und 2003 durchgeführt werden sollte. Start in Ost-Kanada, dann über West-Kanada nach Alaska, wieder herunter entlang der Westküste der USA, Mittelamerika und Südamerika bis Feuerland. Danach je eine Etappe in Neuseeland und Australien, anschliessend über Hong-Kong, Peking, die Mongolei und Moskau, nach Deutschland, wo im Sauerland eine große Abschlußfeier stattfinden soll. Tja, eine tolle Sache zum träumen aber in 2001 kein Traum für mich.

Im Dezember 2001 erreichte mich dann ein Angebot an alle Bike-Tours-Veteranen. Einige Etappen waren noch nicht ausgebucht und wurden zu stark reduzierten Sonderpreisen angeboten. Da mich längst das Fernweh wieder gepackt hatte machte ich mir ein Weihnachtsgeschenk und buchte die Etappe BTA 3 von Fairbanks/Alaska nach Vancouver/Kanada. Der offizielle Tour-Start erfolgte dann bei der Bike-Tours-Party im Sauerland vom 10. – 12. Mai 2002.




27.07.2002 28.07.2002 29.07.2002 30.07.2002 31.07.2002
1.08.2002 2.08.2002 3.08.2002 4.08.2002 5.08.2002
6.08.2002 7.08.2002 8.08.2002 9.08.2002 10.08.2002
11.08.2002 12.08.2002 13.08.2002 14.08.2002 15.08.2002
16.08.2002 17.08.2002 20.08.2002



Samstag, 27. Juli 2002, Anreise

Ich fliege mit KLM von Frankfurt/M. nach Detroit, dort 4 Stunden Pause und Weiterflug mit Northwest Airlines nach Anchorage. In Anchorage habe ich wieder einige Stunden Pause. Der letzte kurze Flug startet dann gegen Mitternacht nach Fairbanks wo mich Kurt abholt. Im Camp dann noch ein Bier zur Begrüßung und eins als Schlummertrunk bevor ich meine erste Nacht im Zelt verbringe.
Werden Grizzlys vom schnarchen nun angelockt oder abgeschreckt ?



Übersicht



Sonntag, 28. Juli 2002, Fairbanks, Dampferfahrt, 38 km

Das Wetter ist morgens recht frisch, mittags überwiegend wolkig-sonnig bei knapp über 20 Grad C, nachmittags gibt’s ein paar heftige Schauer.
Zum Frühstück beginnt die allgemeine Begrüßung und das gegenseitige Beschnuppern der Teilnehmer. Danach die Verteilung der Bikes. 5 Fahrer plus 3 Sozia erhalten eine BMW R 1150 GS, Rolf hat Yamaha XT 600 gebucht, Mike fährt eine Honda Nighthawk und Manfred hat seine eigene Shadow mitgebracht.
Kurt ist unser exzellenter Koch, dazu Mechaniker, Tourguide, Kneipenchauffeur und natürlich Chef und Inhaber der Veranstalterfirma Biketours.
Aus Hamburg haben wir Anja und Olaf dabei, aus Berlin Monika und Ralf, das Sauerland ist mit Policeman Roland vertreten, der süddeutsche Sprachraum (fränkischen, bayrisch, schwäbisch und badisch) wird durch Manfred, Wolfgang, Mike, Rolf, sowie Jürgen und Monika vertreten. Jürgen und Monika sind mir bereits im März 2001 im Grampians NP in Australien begegnet. Wir kamen damals ins Gespräch weil wir die gleichen Aufkleber unseres Vermieters auf den Mopeds hatten. Der Vermieter war natürlich Biketours.
Nachdem die Mopeds verteilt sind fahren wir als erstes zur Universität von Fairbanks. Dort gibt es ein nettes Alaskamuseum und einen interessanten Vortag über Bären.
Zunächst erfahren wir, dass die Schwarzbären meist eher harmlos sind und sich vertreiben lassen, während man bei den Braunbären etwas achtsamer sein soll. Wen man dann vor sich hat ist allerdings ungewiss, denn es gibt Braunbären in schwarzer, grauer und brauner Färbung. Alle Braunbären gehören weltweit zur gleichen Gattung mit dem lateinisch/griechischen Namen Usus Arctos. Bei den sogenannten Grizzlys handelt es sich nicht um eine eigene Art, sondern diesem Namen haben im Westen von Alaska und Kanada die Inlandsbraunbären. Die Küstenbraunbären werden im übrigen größer als die Grizzlys, da es an der Küste insbesondere durch die Lachsflüsse mehr Futter gibt. Alles klar ?
Nachmittags unternehmen wir eine Fahrt mit dem Schaufelraddampfer auf dem Chena River. Diese Tour ist sehr informativ und unterhaltsam, der Kapitän gibt viele Erläuterungen und einige Flußanwohner sind in das Spektakel einbezogen. Am Ufer gibt es einen Stop beim Grundstück der Schlittenhundezüchterin Susan Butcher, welche vier Mal das berühmte Iditarod-Rennen über 1.760 km von Anchorage nach Nome gewonnen hat.
Der örtliche Flugunternehmer startet eine kleine Maschine extra für die Bootsgäste. Höhepunkt ist der Pausenstop bei einem Museums-Indianerdorf. Dort gibt es noch eine Schlittenhundevorführung, Ausstellung von Kunsthandwerk etc.
Nach der Rückkehr fahren wir noch ins Freiluftmuseum „Alaskaland“. Zum Abendessen gibt’s dort frischen Lachs bis zum Abwinken vom Fischbuffet.

Die Stadt Fairbanks wurde von einem Händler mit Namen Barnett gegründet.
Mr. Barnett strandete vor genau 100 Jahren mit einem Schiff und 150 Tonnen Handelsware. Er beschloss seinen Handelsposten an Ort und Stelle zu betreiben. Der Goldrausch brachte ein paar Tausend Einwohner. Mr. Barnett wurde Bürgermeister, wurde Inhaber der einzigen Bank, ging nach ein paar Jahren pleite und wurde aus der Stadt gejagt. So ähnlich habe ich die Story nachgelesen, und so ähnlich wurden wohl viele mehr oder weniger große Siedlungen im Westen gegründet.
Heute ist Fairbanks mit etwa 35.000 Einwohnern die nördlichste Stadt der USA und die zweitgrösste Stadt Alaskas, dazu Endstation der amerikanischen Eisenbahn und Versorgungszentrum für die Ölindustrie.








Übersicht



Montag, 29.Juli 2002, Fairbanks – Healy 337 km

Heute beginnt der eigentliche Trip mit den Bikes. Nach kurzer Routenbesprechung starten wir bei sonnigem Wetter in kleinen Gruppen.
Zunächst geht’s ein paar km nach Norden zur Ölpipeline. Recht eindrucksvoll.
Dann ein kurzer Besuch beim leider geschlossenen Howling Dog Saloon.
Eigentlich war für gestern ein Besuch dort als formeller Tourbeginn vorgesehen.
Leider ist jedoch der Inhaber vor etwa einem Jahr bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen und es gibt noch keinen Nachfolger. Tja, kein gutes Omen für eine Bike Tour.
Wer gerne Kneipenwirt in Alaska werden möchte möge sich nach Fairbanks begeben.
Nach diesem Abstecher fahren wir südlich Richtung Denali National Park. Es ist herrlich auf dem Bike die frische Luft und die herrliche Landschaft zu geniessen. Nachmittags erreichen wir unseren Campground in Healy und fahren gleich ein paar Kilometer weiter zum Visitorcenter des Denali NP. In der Ferne erhebt sich der Mt. McKinley, der mit 6.194 m höchste Berg der USA. Denali ist die Indianerbezeichnung für den Berg und bedeutet „der Große“. In der Staatsregierung gab es vor einigen Jahren Streit darüber welchen Namen der Berg tragen sollte. Die Alaskaner verwenden heute beide Namen nach Belieben.

In den Park hinein kann man mit eigenem Fahrzeug die ersten ca. 25 km fahren. Angebotene mehrstündige Bustouren führen bis ca. 130 km in den Park hinein. Ich selber gönne mir heute die erlaubte Strecke und kann unterwegs einen Elch und ein Caribou beobachten. Abends am Lagerfeuer dann Beratungen über die Gestaltung des Dienstages. Wir werden 2 Nächte auf dem Campground in Healy bleiben. Vorgesehen war eigentlich ein Rundflug zum Mt. McKinley. Nach früheren Erfahrungen von Kurt sollte so ein Flug nur ca. 80,-bis 100,- Dollar kosten. Telefonate bei den beiden örtlichen Veranstaltern ergaben jedoch Preise von 180,- bis 240,- Dollar, was allen zu teuer erschien.

Ich selber habe noch den Besuch bei meinem Goldclaim geplant. Vor einem Jahr hatten mir Freunde zum Geburtstag einen Goldclaim geschenkt. Eine hübschen Urkunde der „Bull & Bear Gold Mining Co“ bescheinigte mir, dass ich Besitzer eines einen Quadratmeter großen Claims am Nenana River bin, mit Angabe der GPS-Daten. Mit dem GPS-Gerät von Kurt stellten wir fest, dass sich unser Camp nur ca. 10 km südlich von diesem Punkt befindet.






Übersicht



Dienstag, 30.Juli 2002, Denali, 322 km (140 Schotter)

Die Beschreibung meiner Goldclaim-Urkunde erklärt, man könne die Stelle nur über den Fluß mit Boot erreichen, oder müsse sich ein ganzes Stück durch unwegsames Gelände durch den Busch schlagen. Mit 4 Bikes, GPS-Gerät und Bären-Abwehr-Spray bewaffnet fahren wir den Highway ein Stück nach Norden um eventuell einen Feldweg oder Wanderpfad in Richtung des etwa 2 km entfernt parallel laufenden Flußes zu finden. Leider vergebens. Tja, da muß der Goldschatz in meinem handtuchgrossen Claim halt bis zu meinem nächsten Besuch warten. Den Kauf eines Bootes werde ich dann von der Steuer abschreiben.

Meine Reisebegleiter wollen nun zum Denali NP um an einer Bustour teilzunehmen oder zu wandern. Mich zieht es ca. 80 km weiter nach Süden, wo bei Cantwell der ungeteerte Denali Hwy Richtung Osten abzweigt.

In Cantwell lockt ein Schild mit Rundflügen zum Mt. McKinley.
Ich erkundige mich und erfahre, dass Flüge in einer 4-sitzigen Cessna für 120,- Dollar je Person angeboten werden. Jubel, Jubel !! Der nächste Tag ist beim Veranstalter noch komplett frei und ich reserviere 3 – 4 Flüge für die ganze Truppe. Die genaue Teilnehmerzahl werde ich abends noch telefonisch durchgeben.

Der Denali Hwy führt etwa 216 km von Cantwell nach Paxson. Er ist ungeteert hat die üblichen Schlaglöcher und ist im Winter geschlossen. Genau das Richtige um ein wenig die Endurofähigkeit der BMW zu testen. In Deutschland ist der Spaß leider verboten mit Moped Feldwege zu befahren. Hier in Alaska nennen sich die Feldwege sogar Highway.
Entlang des Denali Hwy erstreckt sich ein breites Tal, teils Tundra, dazwischen dünne Bewaldung. Nördlich davon sieht man in der Ferne einige schöne Gletscher. Nach einigen Fotostops wende ich auf halbem Weg und fahre zurück nach Healy.

Abends bringe ich dann die Goldclaim-Lästerer schnell zum schweigen durch die Info über den Rundflug-Deal. Es finden sich schnell 9 Teilnehmer für insgesamt 3 Flüge am nächsten Tag. Später gehen wir noch in kleinem Kreis zur örtlichen Kneipe, den Healy Totem Inn. Ein netter rustikaler Pub, der auch hübsche T-Shirts anbietet. Als ortsansässiger Goldclaim-Besitzer fühle ich mich gleich heimisch in meiner neuen Stammkneipe. Habe ich jetzt als Grundstückseigentümer ein Bleiberecht in Alaska ?






Übersicht



Mittwoch, 31. Juli 2002 Denali Rundflug, Healy-Anchorage, 432 km

Nach Frühstück und Packen fahre ich mit Roland und Manni zeitig nach Cantwell.
Auf Grund der zeitversetzten Flüge hat der Rest der Meute noch Zeit bis zum Aufbruch.

Die alte Cessna ist Baujahr 1960, der Pilot und Besitzer Ray Atkins noch 20 Jahre älter. Während des Fluges gewinnen wir nur sehr langsam aber stetig Höhe. Unterwegs sehen wir viele Schneefelder und Gletscher, dazu Dall-Schafe und Karibus. Den Mt. McKinley umrunden wir nicht, sondern fliegen in etwa 4000 Meter Höhe entlang seiner Ostflanke.
Der Himmel ist blau und wolkenlos. Die Reiseführer schreiben, man habe als Tourist im Sommer nur eine 25 % Chance den Gipfel zu sehen, meist sei es zu bewölkt. Heute haben wir eine grandiose Sicht auf die Berge und Gletscher. Unterwegs erzählt uns Ray ein wenig über Landepisten am Berg, Hundeschlittenexpeditionen zum Gipfel, Strassenbau, Eisenbahnbau und andere Pioniertaten in der Region. Auf dem Rückweg zeigt er uns noch einen Grizzly im Fluß beim Lachsfang. Nach ca. 75 Minuten landen wir und werden bereits von unserem nächsten Trupp erwartet.

Die Tagesetappe Richtung Anchorage ist zum genießen. Herrliches Wetter, ein paar schöne Bergpässe. Die letzten 100 km nach Anchorage sind dann stärker besiedelt und mit dichterem Verkehr.

Anchorage ist nicht die Hauptstadt von Alaska, jedoch mit 260.000 Einwohnern die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum im Norden.
Politische Hauptstadt Alaskas ist das kleine Städtchen Juneau (30.000 Einwohner). Juneau liegt an der sogenannten Inside Passage, einem schmalen Küstenstreifen der sich südlich vom Kernland an Kanadas Staatsgebiet entlangzieht, und Kanadas Pazifikzugang halbiert. Juneau hat kurioserweise keine Strassenverbindung zu anderen Städten in Alaska oder Kanada. Die Hauptstadt ist nur mit Schiff oder Flieger erreichbar. Ich erreiche Anchorage recht zeitig vor allen anderen, da der Rest der Truppe durch die zeitversetzten Denali-Rundflüge noch aufgehalten wird. Ich nutze die Zeit noch zu einem Besuch im nahe gelegenen Indianermuseum.

Den Centenial Campground erreiche ich trotzdem als erster und bekomme vom Verwalter für unsere Gruppe einen recht schönen abgeteilten Gruppenplatz zugewiesen. Der Verwalter erzählt, daß in den letzten 2 Wochen dort gelegentlich ein kleineres Schwarzbärenweibchen mit 3 Jungen gesehen wurde. Wir sollen halt die Essenvorräte und Reste gut wegpacken.
Kurze Zeit später erscheint Kurt mit dem Expeditions-Truck. Mein Bericht über die Bären verleiht ihm eine seehr sorgenvolle Miene, grins.
Nach dem Abendessen sind die meisten zu müde für einen Kneipenbesuch.
Wir sind dann nur zu dritt (Kurt, Roland und Jörg) beim Besuch vom originellen Chillcot Charlies Pub in der Innenstadt.







Übersicht



Donnerstag, 01.August 2002, Anchorage – Tox, 584 km,

Heute haben wir bei fast wolkenlosem Wetter einen recht langen, aber sehr schönen Trip vor uns. Wir fahren Richtung Nordosten auf dem Glenn-Highway (Hwy # 1).
Nach etwa 80 km sieht man hinter Palmer den Knik Glacier in der Ferne. Nach weiteren 70 km folgt der Matanuska Glacier, denn wir gegen eine geringe Strassengebühr über die Privatstrasse einer Farm auch direkt anfahren können. Nach einer kurzen Besteigung des Eises am Gletscherrand fahren wir dann weiter über einige schöne Pässe und durch traumhafte Landschaft.

Unterwegs und auf den Campgrounds gibt es immer viel Fragerei über das woher und wohin unserer Gruppe, wobei die Fahrzeugkennzeichen für Verwirrung sorgen. Die BMW-Motorräder tragen australische Kennzeichen, weil Kurt in der Nähe von Melbourne seinen Firmensitz hat. Den Truck und die neue Yamaha hat er frisch aus Deutschland mitgebracht mit Kennzeichen von Olpe im Sauerland. Die Honda`s wurden früher nur für die Touren im Westen von Kanada und USA verwendet und tragen US-Kennzeichen. Dieses Sammelsurium während der Weltreise über diverse Grenzen in Mittel- und Südamerika sowie in Asien zu bringen, und dabei alle Zöllner zufrieden zu stellen, wird wohl nicht einfach werden, wie sich später auch noch zeigen soll.

In Tox übernachten wir im Eagle Trail Camp. Zum essen gibt’s Steak und Bohnen, wobei die Mücken heute etwas lästig werden. Gesprächsthema ist heute allerdings ein Mißgeschick von Kurt. Er hat beim Einkaufen etwas ungeschickt ausgeparkt und dabei eine Bordwand des schönen neuen Trucks lädiert.
Wir kleben natürlich gerne ein Pflaster drauf und bringen mit Tape den Schriftzug „AUA“ auf. Kurt trägt es mit Fassung.





Übersicht



Freitag, 02. August 2002 Tok – Dawson, 364 km (80 km unsealed)

Heute führt die Fahrt über den Taylor Highway und den Top-of-the-world-Highway nach Dawson/Kanada.
Das Wetter ist jetzt recht frisch geworden. Nachts war es sehr kalt. Heute nachmittag hatten wir teilweise stärkeren Regen.

Die erste größere Pause machen wir in dem Städtchen Chicken. Es handelt sich um eine früheres Goldgräbernest, das im Winter nur von 15 Leuten bewohnt wird. Im Sommer sind es wohl 50, welche die Historie des Ortes bei den Touristen vermarkten. Eine Tankstelle, ein kleiner Campground, ein paar rustikale Bretterbuden mit Geschäften, Pub und Cafe, auf Wunsch auch „Stadtführung“ mit Goldpanning. Es wird erzählt, das die Stadtgründer den Ort nach einer in der Gegend vorkommenden Rebhuhnart benennen wollten, dem „Ptarmigan“.
Weil die Digger diesen Namen aber nicht aussprechen konnten blieb es beim einfacheren „Chicken“. Hinter Chicken dann ein kurzer Fotostop bei den Resten eines alten Flussbaggers, einer so genannten „Dredge“, der früher zum Goldwaschen benutzt wurde. Die weitere Strecke Richtung Grenze führt über eine lehmige Schotterpiste. Beim jetzt einsetzenden leichten Regen steigen die Ansprüche an den Fahrer. Unterwegs begegnen uns einige Campmobile und Gespanne die wir überholen, sowie Tanklastzüge die auf gerader Strecke mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind. Wer zuviel bummelt wird von den Trucks überholt und mit Dreck beworfen. Vor der Grenze gibt es noch mal eine Art Raststätte wo sich unsere Gruppe sammelt.

Der Grenzübertritt nach Kanada ist mit einigem Warten und gründlicher Prüfung der Dokumente verbunden, gleichzeitig setzt Nieselregen ein. Allerdings werden wir mit einem netten Stempel belohnt. Mein Reisepass wird jetzt von einem Goldgräber mit Muli verziert.
Nach einigen weiteren Kilometern auf dem ungeteerten Top-of-the-world-Highway sehe ich dann von der Passstrasse aus auf Dawson und auf die Mündung des Klondike in den Yukon.
Ich finde rasch unseren Campground, der sich auf der Westseite des Yukon befindet. Die Stadt Dawson liegt auf der Ostseite und ist nur mit der kostenlosen Fähre erreichbar.
Ich muß erwähnen, daß es in Kanada wunderschöne öffentliche Campgrounds gibt, welche nur über ein paar Toilettenhäuschen mit Plumpsklo verfügen und über Kaltwasserversorgung per Handpumpe. Diese Plätze sind oft in den Nationalparks oder State Parks. Die geringen Gebühren wirft man in einem Umschlag in einen Kasten, oder sie werden von den Rangern einkassiert wenn sie einmal am Tag nach dem Rechten schauen. Es gibt natürlich auch komfortable private Campgrounds mit Stromversorgung, Duschen, Münzwaschmaschinen etc.. Diese sind natürlich etwas teurer. In Dawson werden wir 3 Nächte bleiben. Zum duschen und Wäsche waschen können wir die Fähre zur Stadt nehmen und auf dem dortigen privaten Campground die Anlagen benutzen.






Übersicht



Samstag, 03. August 2002, Dawson, 42 km

Das Weekend steht zur freien Verfügung. Ich fahre nach Dawson zum duschen, mache Besuche im örtlichen Heimatmuseum und im Feuerwehrmuseum. Ich fahre hoch auf den Aussichtsberg von Dawson um auch von der Ostseite ein paar nette Fotos zu machen.

Dawson entstand beim Goldrausch von 1898, nachdem im Vorjahr im Klondike Gold gefunden wurde. Damals sollen bis zu 40.000 Menschen dort gelebt haben, in 1905 waren es dann nur noch 5.000. Heute sollen es etwa 2.000 Einwohner sein, die dafür sorgen, dass keine Geisterstadt aus dem Ort wird. Für die Touristen versucht man den Flair der damaligen Zeit zu erhalten. Die Strassen sind immer noch ungeteert, die Häuser haben hölzerne Boardwalks und übergrosse Frontfassaden. Dazu kommt ein nettes Heimatmuseum, eine schöne alte Holzkirche und natürlich Geschäfte, Restaurants und Bars etc. Zu den bekanntesten Einwohnern gehörte der Schriftsteller Jack London. Natürlich gab es damals auch viele deutschstämmige Glücksritter. Wer es damals etwas länger in der Wildnis von Kanada oder Alaska aushielt galt als Einheimischer und wurde „Sourdough“ genannt, also Sauerteig. Die Männer im Westen führten als Nahrung meist Mehl mit sich und einen kleinen Klumpen Sauerteig um echtes Brot backen zu können. Wirtschaftlich am erfolgreichsten waren vermutlich nicht die Goldsucher, sondern Bäcker, Metzger und Handwerker, die in so einer Stadt immer gebraucht wurden.

Am Abend machen wir uns heute alle Stadtfein, denn der Koch hat Samstags frei. Wir essen im Triple-J-Restaurant und besuchen anschließend die berühmte Lasterhölle von Diamond Tooth Gertie. Es handelt sich um einen netten Spielsalon mit regelmäßigen Tanzshows auf der Bühne. Das ganze natürlich im Stil der Goldgräberzeit.





Übersicht



Sonntag, 04. August 2002 Dawson , 48 km

Heute fahre ich ein Stück ausserhalb von Dawson zum Beaver Creek. Dort befindet sich ein riesiger restaurierter Schwimmbagger, die Dredge # 4. Bald erscheinen auch weitere Mitglieder unserer Gruppe zur Baggerführung.
In der ersten Phase der Industrialisierung der Goldsuche hat man die goldhaltigen Flüsse und deren Uferzonen mit solchen Baggern durchwühlt. Das Gestein wurde in großen Trommeln im Inneren der Maschinen mehrfach gesiebt. Das schwerere Gold blieb zuletzt in den Bastmatten einer Auslaufrinne hängen. Die Bastmatten wurden regelmäßig ausgetauscht. Die Matten verbrannte man dann im Schmelzofen, zurück blieb flüssiges Gold.
Nach dem Baggerbesuch fahre ich noch zum Gold Panning bei einer kleinen Touristengoldmine in der Nähe. Die Tüte Sand die man zum auswaschen für 5 Dollar kaufen kann ist mit ein paar kleinen Goldplättchen präpariert. Zum Schluß erhält man noch eine kleine wassergefüllte Ampulle in der man sein Gold als Andenken mitnehmen kann.

Ich fahre anschließend zum alten Friedhof von Dawson. Auf dem älteren zivilen Teil sieht man verfallene Holzkreuze mit Inschriften etwa aus der Zeit der Jahrhundertwende. Ein umzäunter und besser gepflegter Abschnitt beherbergt die Gräber der Royal Mounted Police. Die dort begrabenen Mounties sind alle recht jung gestorben. Ich weis nicht, ob es ander bleihaltigen Luft lag oder an irgendwelchen Epidemien.

Am Nachmittag folgt ein kurzer Besuch im Internet und ein Pub-Besuch im Downtown Hotel auf ein oder zwei Bierchen. Der Hotel-Pub ist bekannt wegen seinem Sour-Toe-Cocktail. In einer Alkoholflasche wird ein abgeschnittener Zeh aufbewahrt, der angeblich vor hundert Jahren einem Goldgräber amputiert werden mußte. Als Mutprobe wird den Gästen ein Drink mit Zeh im Glas serviert. Da manche die „Einlage“ wohl ungewollt verschluckt haben, mußte der Zeh angeblich schon 12 mal erneuert werden. Vor dem Hotel hab ich dann noch die Gelegenheit einen echten Mountie zu Pferd zu fotografieren.






Übersicht



Montag, 05.August 2002 Dawson – Carmacks, 394 km

Wir setzen heute ein letztes Mal mit der Fähre über den Yukon und verlassen dann Dawson auf dem Highway 2 Richtung Süden. Das Wetter ist morgens etwas trübe. Mittags haben wir Sonne und spätnachmittags etwas Regen. Kurz vor unserem Tagesziel Carmacks haben wir einen netten Fotostop bei den Five-Finger-Rapids. Es handelt sich um gegabelte Stromschnellen. In dem kleinen Nest Carmacks zelten wir auf dem Coal-Mine Campground direkt am Yukon.




Übersicht



Dienstag, 06. August 2002 Yukon-Kanu-Abenteuer

Heute ist ein Kanuabenteuer auf dem Yukon geplant. Es dauert bis Mittag, bis wir von einem Bootsvermieter etwa 25 km flussaufwärts gefahren werden und von dort mit 6 Doppelkanus den breiten Yukon hinunter paddeln. Das Wetter ist recht angenehm, nicht zu heiss und trocken. Die Strom fliesst träge aber stetig. Man kann seine Fahrt durch paddeln beschleunigen, kommt aber auch ans Ziel wenn man sich treiben lässt.
Ich bin mit Roland unterwegs, der glücklicherweise auch keinen übertriebenen sportlichen Ehrgeiz zeigt. Es ist schon ein tolles Gefühl wenn man an all die Golfgräberfilme und Romane von Jack London und anderen denkt, und dann selber mit dem Kanu auf dem legendären Yukon unterwegs ist. Unterwegs sehen viele Vögel am Fluß und einen Elch der zu einer Kiesbank schwimmt. Gemeinsam mit 2 anderen Booten unserer Gruppe machen wir dort auch kurz Rast. Nach gut 4 Stunden erreichen wir den Ausstieg direkt bei unserem Campground.





Übersicht



Mittwoch, 07. August 2002 Carmacks - Frances Lake, 471 km, (360 km Schotter)

Nachts regnet es dauerhaft, morgens haben wir dann pünktlich zum Aufstehen um 7 Uhr Sonne. Heute ist eine lange Etappe vorgesehen, überwiegend auf ungeteerter Piste. Die Strecke führt durch ein riesiges Waldgebiet. Unterwegs begegnen uns gelegentlich Holzlaster und Trucks der Minenfirmen. Das Wetter ist wechselhaft, manchmal regnet es. Teilweise fahren wir flott mit 100 km/h auf trockener Lehmpiste, manchmal wird’s auch etwas rutschig. Insgesamt die richtigen Verhältnisse um mit der dicken BMW-Enduro Spaß zu haben.
Unterwegs gibt es nur 2 kleine Dörfer, Faro und Ross River, die von Indianern und Minenarbeitern bewohnt werden. In der Gegend wird Zink und Blei abgebaut. Mit ein paar Begleitern stoppe ich in Faro zum tanken und zur Mittagspause. Wir sind alle ziemlich verdreckt und warten die nächste Regenpause ab. Auf der Weiterfahrt treffen wir auf Jürgen und Monika die eine Reifenpanne haben. Später erwischt es auch Olaf und Anja mit einem Plattfuß.
Es ist auf dieser Tour immer gut zu wissen, daß Kurt mit seinem Truck uns folgt und im Notfall helfen kann. Abends dann wieder Lagerfeuerromantik am wunderschönen See.





Übersicht



Donnerstag, 08. August 2002, Frances Lake – Watson Lake, 212 km (Schotter)

Unsere kurze Tagesetappe führt uns zu einer regional etwas bedeutenderen Stadt. Berühmt ist Watson Lake durch seinen „Sign Post Forrest“. Irgendwann hat angeblich jemand aus Heimweh einen Pfosten mit dem Schild seines Heimatortes aufgestellt, später taten es ihm tausende Touristen nach. Heute gibt es dort angeblich über 100.000 Schilder aus der ganzen Welt.
Unsere frühe Ankunft auf dem bewirtschafteten Campground nutzen wir als Waschtag. Fürs Moped gibt es einen Hochdruckreiniger, für die Klamotten ein Waschcenter und auch eine heiße Dusche findet sich. Alles natürlich mit Münzeinwurf. Kurt erledigt derweil den längst fälligen Reifenwechsel bei einigen Bikes. Abends fahre ich mit ein paar Leuten zum Northern Light Center. Es handelt sich um ein 90 Grad-Kino das einen netten Film über die Natur in Kanada und natürlich das Nordlicht zeigt.
Anschließend trifft sich der größte Teil unserer Gruppe im örtlichen Pub. Sozialising mit der Bevölkerung ist angesagt. Die Kneipe ist gut besucht mit überwiegend rustikalen Gestalten, teilweise auch Indianer. Ein DJ veranstaltet einen netten Ringelpietz. Es werden Fragebögen verteilt auf denen man die Lösung von Musikrätseln aufschreiben soll. Es ist für den Durchschnittsdeutschen nicht ganz einfach zu erraten wer in welchem Jahr den Hit aus den 70ern gesungen hat der damals im Westen Kanadas weltberühmt war. Auf jeden Fall ein Riesenspaß und viel zu lachen.





Übersicht



Freitag, 09. August 2002 Watson Lake – Kinaskan Lake , 414 km ( 60 km Schotter)

Heute nacht hat es geregnet. Unterwegs ebenfalls gelegentlich Regen, teilweise sehr heftig. Wir fahren durch weitgehend unbewohntes Gebiet an den Cassiar Mountains entlang. Als besondere Kuriosität begegnen uns auf der Strasse freilaufende Pferde mit einer Glocke um den Hals, wie die Alpenkühe beim Almauftrieb.
Abends wieder Bushcamp an einem sehr romantischen See.




Übersicht



Samstag, 10. August 2002 Kanaskan Lake – Hyder/Alaska , 316 km

Wir haben heute strahlenden Sonnenschein und eine wunderschöne Strecke durchs Gebirge an einigen Gletschern vorbei. Vorbei am Meziadin Lake biegen wir nach Westen ab Richtung Küste und erreichen am frühen Nachmittag die Stadt Stewart in British Columbia. Direkt an das kanadische Stewart grenzt der kleine Ort Hyder, der zur Inland Passage von Alaska gehört und von Land aus nur durch Kanada erreichbar ist. Die besondere Attraktion ist der Fish-Creek ein paar Kilometer nördlich von Hyder. Dort treffen sich die Bären zum Lachsfang. Vor wenigen Jahren war das Ganze noch ein Geheimtip. Touristen und Grizlies begegneten sich dort relativ unkontrolliert im Beisein von ein oder zwei eher hilflosen Rangern. Inzwischen hat man daraus ein geregeltes Schauspiel gemacht. Ein erhöhter hölzerner Boardwalk trennt Bären und Zuschauer voneinander und gibt den Zuschauern genug Gelegenheit für gute Schnappschüsse und Videoaufnahmen.

Da heute Samstag ist bleibt die Küche kalt und wir speisen abends im Restaurant. Seafood-Combo !! Gut und viel ! Anschließend fahren wir mit dem Truck zum Bären-Spektakel, wo sich allerdings nur ein jüngerer Bär beim fischen zeigt. Der Bär scheint keinen rechten Appetit zu haben, er schnüffelt gelegentlich an einem der hunderte von toten Lachsen die im Fluß liegen. Manchmal greift er nach einem zappelnden lebenden Lachs und lässt ihn wieder fallen. Schließlich fängt er doch noch einen der im zusagt und filetiert ihn regelrecht mit Tatzen und Zähnen.
Nach dem Bären-Schauspiel fahren wir in Hyder zum Glacier Inn. Vor dem Pub parken schon drei Harleys. Die Kneipe ist rustikal eingerichtet, die Wände sind mit Geldscheinen aus aller Welt gepflastert, angeblich über 50.000 Dollar wie der Wirt behauptet. Der Laden hat vermutlich auch schon lebhaftere Zeiten gesehen, denn heute sind wir fast die einzigen Gäste. Nach ein paar Bier und einigen Runden Billard fahren wir die kurze Strecke über die bewachte Grenze zurück nach Stewart in Kanada zum Campground.


>



Übersicht



Sonntag, 11. August 2002 Stewart - Burns Lake , 513 km

In der Nacht und am Morgen haben wir Dauerregen. In einer kurzen Regenpause packen wir rasch zusammen und machen uns auf den Weg. Hinter Meziadin Junktion biegen wir Richtung Süden ab. Kurz nach der Kreuzung sehe ich Nahe der Straße ein Bärenjunges das einen Baum hinaufklettert, mit seiner Mutter die im von unten zuschaut.
Auf der weiteren Strecke wird die Gegend jetzt dichter besiedelt, wir fahren durch viele Ortschaften. In Moricetown mache ich einen Fotostop bei einer Stromschnelle. Seitlich von der Stromschnelle wurde eine Fischtreppe gebaut, damit die Lachse ihre Laichgründe Stromaufwärts erreichen können. Davor und dahinter verbringen die ortsansässigen Indianer ihren Sonntag mit Fischfang. Weiter südlich in Smythers zeigen uns die Leuchtreklamen von McD und KFC, daß wir uns wieder in der Zivilisation befinden.

Unser Tagesziel ist das Städtchen Burns Lake. Bevor ich den Campground suche stoppe ich beim Visitor-Center und nutze die Gelegenheit dort kostenlos im Internet zu surfen. Da die Zahl der Auskunftssuchenden eher gering ist, freut sich das Personal über jedes Pläuschen zum woher und wohin.
Der Campground liegt etwas außerhalb der Stadt und ist sehr nett. Wir haben eine Lichtung für unsere Gruppe. Das Verwaltungsgebäude ist wenige hundert Meter weiter und hat saubere Duschen, Münzwaschmaschinen und Trockner.
Nachmittags und Abends haben wir wieder trockenes Wetter. Zum Abendessen grillt Kurt Steaks, danach spielen wir noch ein wenig Canasta.




Übersicht



Montag, 12. August 2002 Burns Lake , 21 km

Für heute ist ein Ruhetag eingeplant, mit Angelwettbewerb am Nachmittag. Das Wetter ist prima. Wir dösen bis Mittag, fahren in die Stadt zum einkaufen, insbesondere Angelhaken und Schnur.
Nachmittags versuchen wir mit Stöcken, Schnüren und Haken brauchbare Angeln zu basteln. Es sind ein paar richtige Kunstwerke dabei. Dann gehen wir gemeinsam über den Bahndamm zum See. Wer in 90 Minuten den ersten Fisch fängt ist Sieger. Etwa 2 Minuten vor Ablauf der Zeit fängt Rolf den einzigen Fisch, ein Prachtexemplar von mindestens 10 cm und fast 50 Gramm.
Damit wir trotz unseres immensen Angelglücks nicht verhungern, hat Kurt in weiser Voraussicht frischen Lachs für das Abendessen eingekauft. Der Lachs wird gegrillt, dazu gibt es Pasta und eine Creme-Fraiche-Soße in der man baden könnte.
That`s real soul-food !!





Übersicht



Dienstag, 13. August 2002 Burns Lake -Ten-Mile-Lake, 411 km

Bei gutem Wetter führt die Fahrt heute weiter nach Süden durch bewirtschaftete Gegend. Unterwegs viele Farmen, Getreidefelder und Heuwiesen, bei den Ortschaften auch einige Sägewerke. Im Laufe des Tages wird es recht heiss.
Das Tagesziel, der Ten-Mile-Lake befindet sich etwa 11 km nördlich der Stadt Quesnel. In der Gegend fand 1860 der so genannte Caribou-Goldrausch statt. In der Nähe befindet sich noch der Ort Barkerville. Es handelt sich um eine Art Museums-Geisterstadt, die einige von uns morgen noch besuchen wollen.



Übersicht



Mittwoch, 14. August 2002 Ten-Mile-Lake bis 100-Mile-House,497 km (160 km Schotter)

Heute trenne ich mich für zwei Tage von der Gruppe, wegen meiner Leidenschaft für Wasserfälle.
Die Anderen werden etwas zügiger Richtung Vancouver fahren, um dort zwei volle Tage für Stadbesichtigung etc. zu haben. Da ich Vancouver bereits kenne, komme ich einen Tag später dort an und besuche vorher den Wells Gray Provincial Park. Das Wetter ist heute wolkig-sonnig, teilweise etwas frisch.
Ich fahre zunächst auf dem Highway ca. 220 km bis zur Stadt 100-Mile-House. Mehrere Orte wurden entlang diesem Hwy einfach nach ihrem Milestone benannt. Von dieser Stadt biege nach Osten ab zum Canim Lake. Zunächst fahre ich an der Nordseite des Sees vorbei in tiefem Wald zum Hendrix Creek Waterfall, ein netter Wasserfall von etwa 20 Meter Höhe, den ich nach einem kurzen Fußmarsch erreiche.
Unterwegs habe ich meist Schotterstrecke und komme an Farmen und kleinen Dörfern vorbei, teilweise auch Indianerdörfer. Nun fahre ich zurück zum Anfang des Sees und dann entlang der Südseite. Dort erreiche ich die Mahoud Falls und die Canim Falls, beide auch nur etwa 20 Meter hoch. Bei diesen Wasserfällen sind auch noch andere Besucher zu sehen.
Ich fahre dann noch ein wenig am See entlang. Entlang der Südseite gibt es viele kleine Seegrundstücke mit Blockhütten. Meist werden sie wohl als Wochenendhäuser benutzt, teilweise wohl auch als fester Wohnsitz. Alles recht idyllisch. Zum übernachten fahre ich zurück nach 100-Miles-House und nehme mir dort ein Motelzimmer.





Übersicht



Donnerstag, 15. August 2002 Wells Gray Provincial Park ,443 km (60 km Schotter)

Das Wetter ist heute wieder traumhaft. Ich fahre über den Hwy 24 nach Osten bis zur Stadt Clearwater, versorge mich dort im Visitor Center mit Prospekten und fahre dann nach Norden in den Wells Gray Park hinein. Im Park geht's als erstes zu den Spahat Falls, mit 61 Metern schon recht nett. Danach zum Green Mountains Lookout, dass ist ein Turm aufm Berg mit toller Rundumsicht.
Nun folgen die Dawson Falls, hierbei handelt es sich eigentlich um eine Art breite Stromschnelle, allerdings auch mit 18 Meter Höhendifferenz. Als Krönung folgen dann die Helmcken Falls mit 141 Meter Höhe. Damit habe ich die wesentlichen, mit Fahrzeug erreichbaren Attraktionen zumindest geknipst.
Der ganze Park bietet allerdings noch eine Menge ausgeschilderter Wanderwege, mehrere Seen zum Kanu fahren und fischen und natürlich auch Campingplätze. Am Ausgang des Parks mache ich noch Rast im rustikalen "Black Horse Saloon".
Nachmittags geht's dann weiter Richtung Süden bis zum Städtchen Clinton, wo ich mich in ein Motel einquartiere. Weitere Gäste sind seit einigen Tagen vier professionelle Forrest Firefighter. Im Moment ist hohe Waldbrandgefahr und die Jungs sollen die örtliche Freiwillige Feuerwehr unterstützen wenns ernst wird.





Übersicht



Freitag, 16. August 2002 Clinton-Vancouver ,437 km (30km Schotter)

Heute Nacht hat es geregnet, was die Kameraden von der Feuerwehr sicher gefreut hat. Meine letzte Tagesetappe belohnt mich jedoch mit schönem Wetter und einer tollen Strecke. Außerhalb Clintons biege ich vom Highway nach rechts ab und folge der Strecke die meine Reisegruppe gestern bereits genommen haben.
Eine kleine Nebenstrasse führt über einen Berg zum Städtchen Lillooet. Eine Stunde später erreiche ich den schönen Seton Lake Stausee. Weiter über den Hwy 99 fahre ich zum Wintersportort Whistler, wo ich ein wenig durch die Millionärsviertel am Berg fahre und die tollen Häuser bewundere.
Ne Ecke weiter dann wieder in einem kleinen Park ein Wasserfall, die 61 Meter hohen Brandywine Falls.
Bis Vancouver ist es nun nicht mehr all zu weit. Kurz vorher noch ein letzter Fotostop am Fjord. Durch den Stadtverkehr von Vancouver muss ich mich noch etwas quälen, bis ich endlich gegen 18.00 Uhr den Campingplatz im Süden Vancouvers beim Städtchen Tsawassen erreiche. Der Rest unserer Gruppe befindet sich noch auf Stadtrundfahrt.





Übersicht



Samstag, 17. August 2002, Vancouver , 88 km

Heute mache ich meine eigene kleine Stadtbesichtigung. Zunächst fahre ich zum Stanley-Park und besuche dort das Vancouver Aquarium. Besondere Attraktion ist aktuell eine Beluga- Walkuh mit einem wenige Wochen alten Kalb. Anschließend mache ich einen entspannten Downtownbummel mit Mittagessen und einen Besuch des Vancouver-Tower mit schönem Rundblick über die Stadt.
Abends kocht Kurt ein letztes Mal als Abschiedsessen frischen Lachs mit Nudeln. Ein Teil der Gruppe ist heute allerdings schon abgereist.






Übersicht



Sonntag, 20. August 2002, Vancouver Abreise

Für die Meisten ist heute Abreisetag, allerdings erst am Nachmittag. Zum Zeitvertreib besuchen wir morgens noch die nahe gelegene Cart-Bahn und drehen einige Runden um die Wette. Der Rückflug mit KLM führt mich dann über Amsterdam nach Frankfurt.





Übersicht



Home